Zur Geschichte des Bistumsarchivs Trier

Das Bistumsarchiv Trier ist im Jahr 1936 auf Vorschlag des damaligen Generalvikars Heinrich von Meurers durch Beschluss des Domkapitels gegründet worden. Dazu wurde erst¬mals Schriftgut mehrerer Institutionen der Bistumsleitung zusammengefasst und die Verant¬wortung über dessen dauerhafte Aufbewahrung, Erschließung und Zugänglichkeit einem fachlich qualifizierten, hauptamtlich angestellten Diözesangeistlichen übertragen. Unter der Leitung von Dr. Alois Thomas nahm das Bistumsarchiv mit der Übernahme der Bestände des Bischöflichen Generalvikars, des Domarchivs und Teilen der Dombibliothek seine Arbeit auf.
Das Archiv des Domkapitels umfasste im wesentlichen Schriftgut seit der Neugründung des Bistums Trier in den Jahren 1821/1822. Im Zuge der Flüchtungen des Domschatzes und des Domarchivs vor den französischen Revolutionstruppen ab dem Jahr 1792 gelangten die Archivalien des Domkapitels zunächst nach Aschaffenburg, anschließend nach Koblenz-Ehrenbreitstein und wurden ab 1794 zum Teil gemeinsam mit den Archiven des Kurfürsten nach Dillingen/Donau und Dresden geflüchtet. Die Rückführung sowohl der kurtrierischen Bestände als auch des Domarchivs nach Koblenz-Ehrenbreitstein, die von der nassau-weil¬burgischen Regierung nicht sehr energisch betrieben wurde, dauert bis 1805. Daran schlossen sich Verhandlungen mit Frankreich hinsichtlich der Ablieferung des sein Staatsgebiet betref¬fenden Schriftguts an, in deren Folge das Domarchiv an die französische Departemental¬verwaltung in Koblenz abgegeben wurde. Die Nassau betreffenden Bestände der ehemaligen kurtrierischen Verwaltung gelangten zunächst nach Weilburg und später in das 1816 in Idstein eingerichtete Zentralarchiv für das Herzogtum Nassau. Bis auf wenige Stücke, die im Jahr 1815 an die preußische Regierung in Koblenz abgegeben worden waren, wird dieses Schriftgut heute im Hauptstaatsarchiv Wiesbaden aufbewahrt. Das von der französischen Regierung in Koblenz eingerichtete Departementalarchiv wurde von der preußischen Regie¬rung übernommen, während das Regierungsarchiv in Trier aufgehoben wurde und seine Bestände dem Staatsarchiv in Koblenz eingegliedert wurden.
Trotz intensiver Bemühungen sind den Trierer Bischöfen Charles Mannay (1802-1816) und Josef von Hommer (1824-1836) von der nassauischen Regierung bzw. aus dem Trierer Regierungsarchiv nur wenige Archivalien zurückgegeben worden. Ein Teil des ehemaligen Domarchivs gelangte mit wenigem Schriftgut aus der kurtrierischen Verwaltung im Jahr 1865 aus Schloss Pförten in der Niederlausitz nach Trier zurück. Dieses Schriftgut ist seit den ersten Flüchtungen 1792 im Besitz des Domdechanten Anselm von Kerpen geblieben und nach dessen Tod von seiner Familie aufbewahrt worden.
Das Archiv des Weihbischofs, der bis 1729 gleichzeitig die Funktion eines General¬vikars ausübte, ist ebenso wie das Archiv des Archidiakonats Longuyon immer in Trier geblieben und fast vollständig erhalten. Diese bildeten den Grundstock des Generalvikariats¬archivs, das zum Zeitpunkt der Zusammenfassung mit dem Domarchiv ansonsten aus Schriftgut nach 1822 bestand. Im substanziellen Zusammenhang mit dem Archiv des Bischöf¬lichen Generalvikars wurden dem Bistumsarchiv Trier auch die Bestände des in Koblenz-Ehrenbreitstein ansässigen Apostolischen Vikars (1817-1824) bzw. Bischöflichen Delegaten (1824-1878) zugeführt. Dieses Schriftgut kam 1932 aus Ehrenbreitstein nach Trier.
Auf Beschluss des Domkapitels wurde die Bibliothek der Hohen Domkirche zu Trier zwischen der Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars und dem Bistumsarchiv auf¬geteilt. Während die Handschriften und der größte Teil der Inkunabeln dem Archiv übergeben wurde, erhielt die Bibliothek die übrigen Werke. Die alte Dombibliothek war infolge der Flüchtungen ab 1792 gänzlich verloren gegangen, sodass nach 1821 eine neue Bibliothek aufgebaut werden musste. Sie bestand im wesentlichen aus Schenkungen einer Reihe Dom¬geistlicher sowie insbesondere aus einer 1822 erfolgten Schenkung von Handschriften des Grafen Edmund von Kesselstatt, die der Paderborner Domdechanten Christoph von Kessel¬statt (1757-1814) aus ehemaligen Klöstern und Stiften der Bistümer Magdeburg, Hildesheim und Paderborn aufgekauft hatte.
Gleich nach 1936 wurden dem Bistumsarchiv Trier die Archive des Bischöflichen Priesterseminars, des Trierer Konvikts, der Trierer Stadtpfarreien und anderer Pfarreien sowie die Nachlässe von Historikern und Geistlichen übergeben.
Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden die Kirchenbücher aus den Grenzregionen zu Sicherungszwecken in Trier zentralisiert. Ein Teil dieser Bücher ist 1944 von der Ge¬heimen Staatspolizei für das Landessippenamt Ehrenbreitstein beschlagnahmt worden, sie kamen aber am 12. Februar 1947 aus dem Bergungsort Salzdetfurth wieder zurück. Eine deutliche Bereicherung erfuhr dieser Bestand im Jahr 1953, als die rheinland-pfälzische Landes¬regierung die von der französischen Regierung im Jahr 1794 beschlagnahmten Kirchenbücher dem Bistumsarchiv Trier als Dauerleihgabe überließ.
Die Archivbestände überstanden den Zweiten Weltkrieg schadlos, da sie in der Nähe des Doms gesichert wurden. Die Magazinräume im Gebäudes des Bischöflichen General¬vikariats und über dem Domkreuzgang sind jedoch zum größten Teil zerstört worden. Daher zog das Bistumsarchiv Trier nach dem Krieg in das ehemalige Refugium der Benediktiner¬abtei St. Maria ad martyres, den so genannten „Mergener Hof“, in der Rindertanzstraße um. Nachdem auch diese Räumlichkeiten den Anforderungen insbesondere hinsichtlich der Magazinkapazitäten und der Arbeitsmöglichkeiten für Benutzer nicht mehr gerecht werden konnten, übernahm das Bistumsarchiv 1960 die Räume der Wallfahrtsleitung zur Heilig-Rock-Ausstellung 1959 im Erdgeschoss des Gebäudekomplexes des Bischöflichen Priester¬seminars in der Jesuitenstraße. Als zu Beginn der 1990er Jahre auch die räumlichen Kapazi¬täten in der Jesuitenstraße restlos erschöpft waren und Schriftgutübernahmen in nicht unerheblichem Umfang aus den Reposituren des Bischöflichen Generalvikariats anstanden, musste über Möglichkeiten der Ausweitung der Magazinkapazitäten nachgedacht werden. Im Jahr 1992 konnte mit den Planungen zur Umnutzung des Südflügels des Duisburger Hofes in Ruwer-Eitelsbach für Archivzwecke begonnen werden. Die erforderlichen Umbau¬maßnahmen sind zwischen 1993 und 1996 ausgeführt worden, sodass die Außenstelle im Jahr 1996 mit der Einlagerung von ca. 500 lfm Schriftgut aus den Reposituren des Bischöflichen Generalvikariats Trier aus dem Zeitraum zwischen ca. 1950 und 1990 in Betrieb genommen werden konnte. Als Besonderheit ist festzuhalten, dass es im Zuge der Planungs- und Umbauarbeiten gelungen ist, im Duisburger Hof eine dringend benötigte Restaurierungs¬werkstatt einzurichten. Infolge der Ausweitung der Bibliothek des Bischöflichen Priester¬seminars in der Jesuitenstraße musste das Bistumsarchiv seine Benutzer-, Verwaltungs- und einen Teil seiner Magazinräumlichkeiten innerhalb des Gebäudekomplexes des Bischöflichen Priesterseminars verlagern. Nach dem Umzug des Deutschen Liturgischen Instituts in die Weberbachstraße konnten in dessen ehemaligen Räumlichkeiten im ersten Obergeschoss des Gebäudekomplexes in der Jesuitenstraße dem Bistumsarchiv nach einigen Umbauarbeiten freundliche, helle Räume für den Benutzer- und Verwaltungsbereich sowie ein Ausgleich für die im Erdgeschoss verloren gegangenen Magazinkapazitäten zur Verfügung gestellt werden. Leider waren mit dieser Maßnahme praktisch keine Zuwächse an Magazinkapazitäten für das Archiv zu erreichen.
 

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