Kirchenbücher

Kirchenbücher bzw. Matrikelbücher, gehören zum meist benutzten Schriftgut in kirchlichen Archiven. Sie wurden und werden von den Pfarrern geführt und vermerken i. d. R. die den Gemeindemitgliedern in den Pfarreien gespendeten Sakramente; sie enthalten die Kerndaten eines Christenlebens. Außer der genealogischen Forschung sind sie z. B. für sozial-, wirtschafts- oder gar medizingeschichtliche Fragen von Bedeutung. Abgesehen von einzelnen Verlusten, gibt es für sämtliche (ehemaligen) Pfarreien derartige Amtsbücher; alles in allem allein in Deutschland wohl Hunderttausende. Flächendeckend gibt es die Matrikelbücher seit dem 18. Jahrhundert, nachdem das Konzil von Trient 1563 ihre Führung für die ganze katholische Kirche vorgeschrieben hatte.

Während die frühen Kirchenbücher Aufzeichnungen verschiedener Art, etwa Chronikalisches, Wirtschaftliches, Einwohnerlisten etc. enthalten, teilen sich die Matrikelbücher v. a. in die Taufbücher, Trauungsbücher und Sterbebücher. Daneben gibt es etwa Firmungsbücher, Erstkommunionverzeichnisse und Familienbücher. Oft sind mehrere solcher Kategorien bis in das 18. Jahrhundert noch in einem Buch vereinigt, was die Übersicht für die Forscher erschwert. Erst seit dem 19. Jahrhundert gibt es zunehmend standardisierte Formulare.
Grundsätzlich werden die älteren Kirchen- bzw. Matrikelbücher, die in der laufenden Pfarrverwaltung nicht mehr benötigt werden, im jeweiligen Bistumsarchiv gesichert und – i.d.R. über Filme und Digitalisate – benutzbar gemacht. Ein je nach Bistum unterschiedlich großer Anteil liegt z. Z. noch bei den Pfarrämtern.
Übersichten über die vorhandenen katholischen Kirchenbücher halten die einzelnen Bistumsarchive für Sie bereit.

Die aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nötigen Sperrfristen (bezogen auf den jeweiligen Eintrag) betragen bei:

Taufbüchern: 120 Jahre nach Geburt/Taufe
Trauungsbüchern: 100 Jahre nach Trauung
Sterbebüchern: 40 Jahre nach Tod

Sterbebücher dürfen bis 100 Jahre nach Datum des letzten Eintrags grundsätzlich nicht als ganzes Buch vorgelegt werden; vielmehr können aus solchen Büchern im Einzelfall Auskünfte auf Anfrage erteilt werden.
Bis 1875 besaßen Matrikelbücher zugleich auch amtlich-staatlichen Charakter. Diesen Charakter verloren sie mit der flächendeckenden Einführung von Standesämtern in Deutschland bzw. dem Reichsgesetz über die Beurkundung des Personenstandes (zum 1.1.1876). Zweitschriften der Bücher finden sich für die Zeit bis ins 19. Jahrhundert heute auch in den staatlichen, Kopien z. T. auch in kommunalen Archiven.
Die katholischen Kirchenbücher bzw. Matrikelbücher decken im Prinzip die katholische Bevölkerung ab; die evangelische Bevölkerung findet sich in den Matrikelbüchern der evangelischen Kirche. Vornehmlich darüber informiert das kirchenbuchportal.de
 

Pornos von AMATEURE